Anzugsordnung und Auftreten bei besonderen Anlässen
im Kyffhäuserbund e.V.

vom 01.12.1989

Der Kyffhäuserbund ist ein Zusammenschluss von Männern, Frauen und Jugendlichen, die sich zur Kyffhäuseridee bekennen. Es ist daher erforderlich, sich zur Wahrung des Ansehens in der Öffentlichkeit stets korrekt zu zeigen und dementsprechend aufzutreten.

Der Landesverband bittet alle Mitglieder, insbesondere die Vorsitzenden der Gliederungen, folgende Hinweise zu beachten. Diese Hinweise sollen keine bindende Vorschrift sein, ein Zwang zur Befolgung kann und darf nicht bestehen. Es soll auch nicht mit diesen Hinweisen erreicht werden, dass ein „militärisches“ Bild einer Kyffhäusergliederung erweckt wird. Es geht letztlich nur darum, dass wir in unserem Auftreten durch einen einheitlichen Kyffhäuser-anzug am ehesten und wirkungsvollsten unser Zusammengehörigkeitsgefühl und unser Eintreten für die Kyffhäuseridee darstellen und dokumentieren können.

Es bleibt dabei auch einzelnen Kameradschaften, in denen bereits traditionell eine abweichende einheitliche Kleidung besteht, wie z.B. graue Röcke o.ä., unbenommen, diese Tradition weiterhin beizubehalten. In diesem Sinne soll dies Merkblatt verstanden werden und eine Hilfe für die Arbeit in den Gliederungen sein.

1.  Kyffhäuser-Anzug

     Dunkelblauer Rock (Blazer) mit Kyffhäuser-Ärmelband
     Graue Hose
     Weißes oder graublaues Hemd mit Kyffhäuser-Krawatte
     Schwarze Schuhe
     Kyffhäuser-Mütze
     Witterungsbedingt dunkler Mantel

     Bei festlichen Anlässen sollte ein weißes Hemd getragen werden.
     Bei Beerdigungen kann einheitlich eine schwarze Krawatte getragen werden.

     Sofern dunkelblauer Rock und graue Hose nicht vorhanden sind, sollte ein dunkler Anzug gewählt werden.  
     farbenfrohe Anzüge und farbige Schuhe, auch Sandalen, sind unpassend.

Zur Schonung des Kyffhäuser-Anzuges hat sich bei internen Veranstaltungen und Zusammenkünften, auch beim Schießen, das Tragen des dunkelblauen Bundeswehr- Pullovers bewährt. Dieser kann innerhalb der Kameradschaften als Kyffhäuser-Anzug anerkannt werden. Es sollte aber vermieden werden, an diesem Pullover außer der Mitgliedsnadel weitere Abzeichen zu tragen.

Für unsere Kameradinnen gelten die vorstehenden Hinweise sinngemäß, (weiße Bluse, dunkelblaue Weste, graue Röcke, anstelle der Mütze – Kappe oder Barett), wobei ihnen die Auswahl nach eigenem Geschmack unbenommen bleibt.

2.  Tragen von Orden, Ehrenzeichen, Auszeichnungen

- Alle nach dem Ordensgesetz zugelassenen Orden können zum Kyffhäuser-Anzug getragen werden. Originalorden und Miniaturen zu gleicher Zeit sind nicht statthaft. Alle Orden rangieren vor den verbandsinternen Kyffhäuserabzeichen.

Nadel und Miniaturen werden am linken Rockaufschlag getragen (auch Kyffhäuser-   Verdienst-Kreuz I. und II. Klasse), Steckabzeichen (z.B. LV-Ehrenkreuz) und Orden am Bande auf der linken Brustseite. 

lt. Organisationshandbuch des KB E.1.3. wird das KVK II am Rockaufschlag, das KVK I / KVK I mit Eichenkranz an der linken Brustseite in Höhe der Brusttasche getragen.
Stand 08.07.96

- Schießauszeichnungen rangieren nach Orden und Ehrenzeichen. Sofern sie zu einer Überlastung des linken Rockaufschlags, bzw. der linken Brustseite führen, können sie auch rechts getragen werden.

- Bei einer Vielzahl von Auszeichnungen genügt das Tragen der jeweils höchsten Stufe, deren Verleihung erst nach der Verleihung der unteren Stufen möglich ist. Die höhere Stufe bedeutet somit den Einschluss der unteren Stufen. Es sollte zur Vermeidung einer Überlastung des Kyffhäuser-Anzugs mit Auszeichnungen, auf das Tragen unterer Stufen verzichtet werden.

1.
Dienstgradabzeichen:
Uniformen, Uniformteile und Dienstgradabzeichen sind vom Gesetz für unberechtigte Personen verboten.
Daher sind diese auch für Kyffhäusermitglieder untersagt, insbesondere innerhalb des KB und vor allem bei Veranstaltungen.
Das KB- und das LV-Abzeichen sind nur in der vorgeschriebenen Form zu tragen, ebenso nur die höchste Auszeichnung.
Nicht verliehene Abzeichen sind nicht erlaubt.

(Anhang zur Kleiderordnung / Stand 27.11.2008)

3.  Mützenkordel für Vorstandsmitglieder

- Der Kyffhäuserbund kennt keine „Dienstgradabzeichen“. Die Mützenkordel in Gold oder Silber dient zur Kenntlich- machung der Vorstandsmitglieder in der Öffentlichkeit.

- Die 1. Vorsitzenden einer Verbandsgliederung (Kameradschaft, Kreisverband, Landes-Verband) und die Mitglieder des Landesvorstandes tragen eine goldene Kordel und ein goldenes Mützenabzeichen.

- Alle anderen Vorstandsmitglieder tragen silberne Mützenkordeln und silberne Mützenabzeichen.

- Ehrenvorsitzende und Ehrenvorstandsmitglieder tragen die ursprüngliche Kordel.

- Die Mützenabzeichen werden über der Kordel am Mützenband getragen, nicht am      Mützendeckel.

 

Trageweise der Mützenkordel an der Kyffhäusermütze 
(Rundschreiben des vom März 1995)

Es kann festgestellt werden, dass  die im Jahre 1954 ergangene Regelung hinsichtlich der Trageweise Kunstlederband – silberne Kordel, -goldene Kordel kaum noch beachtet wird. Der LV hatte auf der Bundesversammlung 1995 den Antrag gestellt, das Kunstlederband ganz in Fortfall kommen zu lassen, dafür allgemein die silberne Kordel einzuführen, sowie die goldene Kordel nur noch für 1. Vorsitzende (und Ehrenvorsitzende) einer Gliederung des KB vorzusehen. Dieser Antrag wurde von der Bundesversammlung dahingehend beschieden, dass es den Landesverbänden zugestanden wurde, die Frage in eigener Zuständigkeit zu regeln. Eine bundeseinheitliche Regelung ist somit nicht mehr gegeben.

Der erweiterte LV-SHB- Vorstand hat beschlossen, die Kameradschaften zu ermächtigen, die generelle Einführung der silbernen Mützenkordel nach örtlichen Gegebenheiten zu regeln.

 

4.   Mitführen und das Zeigen der Fahne

- Die Vereinsfahnen des Kyffhäuserbundes sind mit traditioneller Symbolkraft verbunden. Ihre Mitführung in der Öffentlichkeit verpflichtet zu besonders korrektem Auftreten.

- Die Fahnenmannschaft (Träger und Begleiter) trägt die Schärpen von der rechten Schulter Zur linken Hüfte, wobei die dunklere Farbe nach oben zeigt.

- Der Fahnentragegurt wird von der linken Schulter zur rechten Hüfte getragen, so dass die aufgenommene Fahne rechts steht.

- Die abgesetzte Fahne steht rechts bei Fuß. Zum Senken wird sie erst  „aufgenommen“, aus dieser Stellung nach vorn soweit gesenkt, dass das Fahnentuch nicht den Boden berührt. Beendigung des Senkens durch zunächst „aufnehmen“, dann absetzen in die Grundstellung am rechten Fuß.

- Beim Spielen der Nationalhymne (auch fremder Hymnen) wird die Fahne aufgenommen, steht also senkrecht, wird nicht gesenkt.

- Bei Beerdigungen und Gedenkfeiern für Verstorbene und Gefallene ist die Fahne mit einem Trauerflor zu versehen.        

- Bei Umzügen usw. wird die Fahne „aufgenommen“ getragen im Tragegurt. Örtlichkeit (z.B. Fahneneinmarsch in niedrigen Räumen) und Umstände können zu anderen Trageweisen führen (z.B. über der Schulter bei längeren Umzügen).

- Bei Veranstaltungen in Fahnenständern abgestellte Fahnen sollten beim Verlassen der Veranstaltung nicht „unauffällig“ eingerollt und mitgenommen werden. Es sollte stets ein ordnungsgemäßer und würdiger Ausmarsch angestrebt werden.

- Beim Fahneneinmarsch und bei Fahnenausmarsch stehen Anwesende auf. Beim Einmarsch sollte der „Präsentiermarsch“, beim Ausmarsch ein anderer Marsch gespielt werden, sofern noch eine Kapelle vorhanden ist.

- Kyffhäuser-Mitglieder mit Kopfbedeckung grüßen.

5.   Kranzniederlegungen

- Nach Möglichkeit stets zwei Kranzträger einsetzen. Diese sollten einen einheitlichen Kyffhäuser-Anzug tragen.

- Kranz mit angewinkeltem Arm tragen, so dass die Schleife sichtbar ist.

- Bei stiller Niederlegung folgt der (oder die) Niederlegende (n) den Kranzträgern bis zum Ehrenmal, übernimmt dort den Kranz und legt ihn nieder, dabei Schleife ordnen. Die Kranzträger bleiben stehen und grüßen. Danach grüßt auch der Niederlegende. Anschließend auf gleichem Wege zurück zur angetretenen Kameradschaft.

- Hält der Niederlegende eine Ansprache, so geht er zunächst allein zum Ehrenmal, die Kranzträger bleiben in angemessenem Abstand mit Front zum Ehrenmal stehen. Nach der Ansprache treten sie auf ein Zeichen des Niederlegenden zur Übergabe des Kranzes vor. Dann wie vorstehend.

- Keinesfalls sollte der Niederlegende während einer längeren Ansprache den Kranz halten.

- In gleicher Weise sollte  bei Kranzniederlegungen am Grabe verfahren werden.

6.   Beerdigungen

- Es ist eine herausragende Kameradenpflicht, verstorbene Mitglieder würdig zur letzten Ruhe zu geleiten.

- Sofern die Angehörigen einverstanden sind (mit ihnen sollte immer vorher gesprochen werden!) und die örtlichen Gegebenheiten es zulassen, ist wie folgt zu verfahren:

- Werden Ehrenwachen am aufgebahrten Sarg gestellt, so stehen an jeder Seite drei Ehren- posten (der Größte jeweils hinten). Bei langdauernden Trauerfeiern sollten sie zeitgerecht abgelöst werden, was ohne besonderes Zeremoniell still erfolgt. Die letzten Ehrenposten können zugleich die Sargträger sein.

- Die Kameradschaft steht vor der Friedhofskapelle (Kirche) angetreten. Beim Erscheinen des Sarges Fahne senken und Gruß. Ein kurzer Halt des Sarges muss gewährleistet werden, damit sich die Kameradschaft mit der Fahne als Ehrengeleit vor dem Sarg einordnen kann.

- Reihenfolge: Musik (sofern vorhanden),
                        Fahne, Kranz, Ordenskissenträger, Vorsitzender, Kameradschaft, Sarg.

- An der Grabstelle nimmt die Kameradschaft Aufstellung mit Front zum Grabe. Beim Absenken des Sarges – Fahne senken und grüßen, Blickwendung zum Sarg. Danach rühren und Fahne absetzen.

- Nach Beendigung der kirchlichen Handlung des Pastors (Pfarrers) erfolgen Ansprachen und Kranzniederlegung.

- Mit Beendigung der Ansprache nimmt die Kameradschaft Haltung an, die Kranzträger treten vor, die Fahne wird gesenkt. Der Vorsitzende legt den Kranz nieder, und grüßt.

- Ist eine Trauermusik vorhanden, wird das „Lied vom guten Kameraden“ gespielt.

- Sofern es örtlich üblich ist, am offenen Grabe einen Fahnengruß durch Absenken der Fahne in das Grab zu erweisen, kann dies vor der Ansprache oder am Ende der Handlung  (mit dem Lied vom guten Kameraden) geschehen. In jedem Fall nimmt hierzu die Kameradschaft Haltung an, der Vorsitzende grüßt, Blickwendung.

- Während der kirchlichen Handlung steht die Kameradschaft im Rühren. Wird das Gebet „Vater unser“ gesprochen, nehmen alle, außer der Fahnenmannschaft, die Kopfbedeckung ab. Gleiches gilt beim kirchlichen Segen.

- Ist der Verstorbene Mitglied in weiteren Vereinen gewesen, so sollte eine Absprache dahingehend erfolgen, dass die Kyffhäuser-Kameradschaft an letzter Stelle tätig wird, damit mit dem Kameradenlied der Abschluss der Beisetzung gegeben ist.

 - Es bleibt der Kameradschaft und den örtlichen Verhältnissen überlassen, ob Kommandos gegeben werden oder ob die Kameradschaft auf Zeichen oder auch selbständig entsprechend vorher abgesprochenem Verlauf und entsprechender Einweisung die einzelnen  Tätigkeiten ausführt.

7.     Hinweise für Stiftungsfest usw.

- Einladungen, besonders an Ehrengäste, rechtzeitig absenden!

- Rückantwort erbitten, Verzeichnis der Zusagen aufstellen.

- Tisch mit Reservierung „Ehrengäste“ ist immer zu empfehlen.

- Einweiser für auswärtige Teilnehmer und Empfang der Ehrengäste durch Vorstandsmitglieder am Eingang.

- Reihenfolge der Begrüßung: Repräsentanten des öffentlichen Lebens (Bürgermeister, Landrat, Abgeordnete, Verwaltung), Geistliche, Bundeswehr, BGS, Polizei, befreundete Verbände und Vereine, Repräsentanten der Industrie, Wirtschaft usw., Kyffhäuser-Vertreter (LV, KV, KK), Presse.

- Stets eine allgemeine Begrüßung aller Festteilnehmer vorweg!

- Dank an alle Mitwirkenden (einschließlich Kapellen) nicht vergessen!

 

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