Auszug aus Bundesinformationsblatt - Text: H. J. Sehestedt und www.kyffhaeuserbundev.de

 

 

1815  Die Befreiungskriege sind beendet. Eine nationale Begeisterung erfasst alle Deutschen. Die Deutschen Burschenschaften werden gegründet. Ihrem Ruf nach "Ehre - Freiheit - Vaterland" schließt sich die Forderung nach einem einigen deutschen Kaiserreich mit freiheitlicher Verfassung an.  Die Ruhmestaten der Armee und das gemeinsame Erlebnis im Kampf schließt die ehemaligen Soldaten fester zusammen.  Es entstehen soldatische Vereinigungen, insbesondere in den Provinzen Pommern, Brandenburg, Sachsen und Schlesien.  Nach und nach folgen auch die anderen Länder dem preußischen Beispiel.

 

1832  Auf dem "Hambacher Fest" ertönt der Ruf "Lieber Freiheit ohne Einheit - als Einheit ohne Freiheit". In Deutschland entsteht ein Gegensatz zwischen Staatsbewusstsein und Freiheitsstreben.

 

1842  Durch "Allerhöchste Kabinettsorder" König Friedrich Wilhelms IV. vom 22.  Februar 1842 wird die Bedeutung der soldatischen Vereinigungen, die mehr und mehr ihre Hauptaufgabe in der Bestattung ihrer verstorbenen Kameraden mit militärischen Ehren sehen, gesetzlich anerkannt, die Vereinigungen offiziell zu nationalen Organisationen erklärt.

 

1848  In einem Meer von schwarz-rot-goldenen Fahnen wird die Deutsche Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche eröffnet.  Doch die deutschen Einheitspläne scheitern.  Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. lehnt die Kaiserkrone ab.  Nationale liberale Bestrebungen in Europa erschüttern auch die deutschen Staaten.  Dies lässt unter den Kriegervereinen erste Wünsche nach Zusammengehörigkeit laut werden.

 

1864  Krieg Österreichs und Preußen gegen Dänemark, das Schleswig durch eine Verfassung annektieren will.  Nach dem Sieg der deutschen Truppen auf den "Düppeler Schanzen" tritt Dänemark die Herzogtümer Schleswig-Holstein und Lauenburg an Österreich und Preußen ab.

 

1866  Krieg zwischen Preußen und Österreich um die Vorherrschaft in Deutschland.  In der entscheidenden Schlacht bei Königgrätz siegen die preußischen Armeen unter General von Moltke.  Osterreich tritt seine Rechte in Schleswig-Holstein an Preußen ab.  Der Norddeutsche Bund wird gegründet.

 

1870/71  Sieg im deutsch-französischen Krieg.  Bismarck erreicht den Zusammenschluss der süddeutschen Staaten mit dem Norddeutschen Bund zum Deutschen Reich.  König Wilhelm I. von Preußen wird im Spiegelsaal von Versailles zum deutschen Kaiser ausgerufen.  Das Volk sieht damit die Erfüllung eines sehnlichen Wunsches aller Deutschen. Überall im Reich entstehen neue Kriegervereine.  Sie nehmen jetzt jeden jungen Deutschen auf, der seine Dienstzeit in Ehren absolviert hat.  Der Ruf nach Vereinigung aller deutschen Kriegervereine wird immer lauter.

 

1872  Viele Krieger-Vereine schließen sich zum "Deutschen Kriegerbund" zusammen.  Aber die Zusammenfassung aller Kriegervereine gelingt noch nicht.  Zahlreiche Landesfürsten wirken der Vereinigung entgegen und befehlen die Errichtung eigener bundesstaatlich begrenzter Landesverbände.

 

1881  Auf Betreiben des "Deutschen Kriegerbundes" wird durch landesherrliche Genehmigung am 24. August 1881 die „Deutsche Kriegerwohlfahrtsgemeinschaft" als soziales Hilfswerk des Bundes eingerichtet.  Damit wird die Sozialarbeit der Kriegervereine zentralisiert und noch wirkungsvoller als bisher durchgeführt.

 

1882  Die Idee eines Kameraden, in jedem Bezirk des Deutschen Kriegerbundes ein Kriegerwaisenheim zu errichten, löst eine ungeahnte Solidarität und Hilfsbereitschaft für die Waisen der gefallenen und verstorbenen Kameraden aus.  Er schlägt im einzelnen vor, dass jeder Verein aus seiner Kasse zehn Pfennig pro Mitglied an den Verbands- oder Bezirksvorstand zahlt.  Er schlägt des weiteren vor, dass die Kameraden in jeder Versammlung von jedem Glase Bier, das getrunken wird, einen Pfennig in die Sammelbüchse zahlen.  So, meint er, könnte diese Idee verwirklicht werden.

 

1884  Das erste Kriegerwaisenheim, finanziert durch eine Sammlung des Deutschen Kriegerbundes, die 64.000 Mark erbringt, wird in Römhild in Thüringen in Betrieb genommen.  Im Verlaufe der folgenden Jahre entstehen weitere Kriegerwaisenheime, teilweise mit dreiklassigen Volksschulen und eigenem Lehrpersonal.  Alle Heime sind Pfennig für Pfennig aus den Spenden und Sammlungen der Kameraden finanziert.

 

1888  Wenige Tage nach dem Tode Kaiser Wilhelms I. stellt Geheimrat Prof. Dr. Westphal im Vorstand des Deutschen Kriegerbundes den Antrag, "dem verstorbenen Kaiser ein Dankesdenkmal als ein für alle Zeiten geltendes Symbol deutscher Einheit" zu errichten und zu diesem Zwecke alle ehemaligen Krieger und Soldaten aufzurufen. Der Antrag wird von allen Landesverbänden angenommen.  Die Errichtung des Denkmals soll auf dem Gipfel des Wotansberges im Kyffhäusergebirge in Thüringen mitten im Herzen Deutschlands erfolgen.

 

1892  Die enorme Bausumme von 1,5 Millionen Mark für das Denkmal wird durch eine Sammlung in allen Kriegerkameradschaften aufgebracht.  Am 10. Mai 1892 erfolgt die Grundsteinlegung zum Denkmal, dessen Gesamthöhe 81 Meter betragen wird.

 

1896  In Anwesenheit aller Landesfürsten und von mehr als zehntausend ehemaligen Soldaten aus allen Teilen des Deutschen Reiches wird am 18.  Juni 1896 das Denkmal, dessen Spitze eine mächtige Kaiserkrone als Sinnbild des geeinten Reiches ziert, durch Kaiser Wilhelm II. eingeweiht.

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