Reichsburg
aus

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Auf der zweithöchsten Erhebung des Kyffhäusergebirges - dem Burgberg durchwandern Sie während Ihres Rundganges 800 Jahre deutsche Geschichte.

Im 12. Jh. stand hier eine der mächtigsten deutschen Burganlagen - die Reichsburg Kyffhausen. Ihre Ausdehnung von 600 Meter Länge und 60 Meter Breite lässt sich heute noch erahnen. Die Dreiteilung der Veste in Unter,- Mittel- und Oberburg ist in der heutigen Zeit deutlich erkennbar. In der Regierungszeit Friedrich I. Barbarossa fertiggestellt, erlebte sie fast 100 Jahre eine Blütezeit.

Die Reichsburg Kyffhausen im 12. Jh. nach Hermann Wäscher, Halle

 


Nach 1250, mit dem Niedergang des Stauferreiches, wurde die Reichsburg immer mehr dem Verfall preisgegeben. In die Machtbestrebungen der territorialen Feudalgewalten einbezogen, ständiger Wechsel der Besitzer und deren Desinteresse sowie die fehlenden finanziellen Mittel verhinderten den Erhalt der Burg. Ihr Zerfall war nicht mehr aufzuhalten.
Als die Burg Anfang des 15. Jh. in den Besitz der Schwarzburger wechselte, nannte man es schon "das wüste schloß Kyffhausen".
Im Laufe der Zeit wurden große Teile des Mauerwerkes von der Bevölkerung der umliegenden Ortschaften gebrochen und für eigene Bauzwecke genutzt.

Die erhaltenen Baureste zeigen aber die typischen Elemente einer hochmittelalterlichen Feudalburg.
Dazu gehören Bergfriede in der Burg freistehend mit hochliegendem Eingang (Barbarossaturm der Oberburg), an den Ringmauern angelegte Wohn- und Wirtschaftsgebäude und die Ringmauer grundsätzlich aus Steinen aufgemauert mit ihren als Kammertor gestalteten Eingängen (Ober- und Unterburg).


Bauleistungen (errechnet nach Angaben des Burgenforschers H. Wäscher aus Halle)

Erdbewegungen:

21 000 m³

Steinbrucharbeiten:

65 000m³

Mauer- und Stein- Metzarbeiten:

51 000m³

Holzarbeiten:

5 000m³

Dacharbeiten:

7 000m³

Ausbauarbeiten, umbauter Raum:

59 600m³


Die Oberburg
Sie war in ihrer Ausdehnung von ca. 220 m Länge der größte Teil der Burganlage. Hier sind entsprechend ihrer Funktion als Kernburg die große Kirche, Pallas und Wohngebäude zu vermuten. Wertvolle mittelalterliche Fundstücke, die während der Ausgrabungen in den 30iger Jahren gefunden wurden, weisen ihren Charakter als Herrenburg nach. Leider ist nur noch der westlichste Teil der Anlage erhalten. Während des Denkmalsbaues im vergangenen Jahrhundert wurden die noch erhaltenen Reste zerstört ohne Aufzeichnungen über Lage und Gebäudeart zu machen.




Oberburg-Bergfried um 1800


Restaurierter Bergfried um 2000

Der äußerste Teil der Burg wurde besonders geschützt. Nach Westen durch vier heute noch sichtbare Abschnittsgräben und Richtung Innenhof durch einen Wallgraben.
Der mächtige , einst 30 m hohe Bergfried gilt seit Jahrhunderten als Wahrzeichen des Berges. Er war in mehrer Geschosse untergliedert. Der Eingang befand sich in 10 m Höhe . Im untersten Geschoss war ein Aborterker ausgekragt. Die deutliche Verzahnung der Steine zeigt, dass er bemantelt war und bis zum Boden reichte. Heute sind noch ca. 15 m des imposanten "Barbarossaturmes" erhalten . Er wurde in den letzten Jahren umfassend restauriert.

Der einzige Zugang zur Oberburg war das "Erfurter Tor". Das "zurückgezogene Tor" tritt als seltene Bauform im romanischen Burgenbau auf. Die Toranlage ist gut erhalten. In den 30iger Jahren erfolgte der Einbau der Treppenstufen. Über dem Kammertor befand sich zur Verteidigung ein Torhaus.


Erfurter Tor

Der Turm, ab Eingang 57 m hoch, passt dreimal in den 176 m tiefen Brunnen.

Der 176 m tiefe Brunnen

Wichtig für jede Burganlage ist die eigene Wasserversorgung. Dies gilt v.a. in Zeiten längerer Belagerung. Auf dem Gelände der Oberburg ist der tiefste Burgbrunnen Europas erhalten. Wahrscheinlich in den Jahren zwischen 1140 und 1170 wurde der 176 m tiefe Brunnen in den Fels getrieben.

Die Mittelburg
Durch einen im Mittelalter betriebenen Mühlsteinbruch wurde die Mittelburg fast vollständig zerstört. Nur wenige Mauerreste eines Rundturmes an der Westseite und eines quadratischen Turmes an der Ostseite sind erhalten geblieben.

Verkieseltes Holz



Malerisch ist der Weg durch die Schlucht der Mittelburg. Geologisch interessant sind die gut im Felsen sichtbaren Einschlüsse von verkieselten Stammstücken oberkarboner Bäume.

Die Unterburg

Eingang in die Unterburg

Eingang in die Unterburg

Sie ist der am besten erhaltene Teil der Burganlage. Ihre Ringmauer ist im Umfang teilweise sogar in Originalhöhe vollständig erhalten. Durch ein Kammertor betritt man die umfassend freigelegte zweigeteilte Unterburg. Sehr gut erhalten und hervorragend restauriert ist ein ca. 5 m hoher Stumpf eines einst ca. 25 m hohen runden Bergfriedes. Im Wohnturm, der wahrscheinlich in mehrere Geschosse untergliedert war, ist heute noch die Stelle des einstigen Kamins erkennbar.
Die an den Wohnturm angebaute Kapelle wurde 1433 wieder neu aufgebaut und diente bis zur Reformation als Wallfahrtskapelle.


Unterburg der Reichsburg Kyffhausen nach den Ausgrabungen

Unterburg der Reichsburg Kyffhausen nach den Ausgrabungen

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